In meiner Schulzeit habe ich mich immer mit Ach und Krach um halb 7 aus dem Bett gewälzt, um dann halb komatös am Frühstückstisch zu sitzen und meine morgendliche Energiequelle in Form von 3 Tassen Kaffee in mich reinzuschütten, ergänzend noch ein Marmladentoast zu essen und dann ins Bad zu schlurfen. In der Schule angekommen war ich frühestens um 10 Uhr bereit dem Unterricht nicht nur rein körperlich beizuwohnen, sondern wirklich etwas zu lernen und um 13 Uhr war ich schon wieder so müde, dass ich ungelogen 1-2 h am Stück schlafen konnte. Man könnte hier jetzt Kritik am Schulsystem vermuten oder dezidierter an der Qualifikationsphase der 11. und 12. Klasse, aber eigentlich möchte ich mit dieser kleinen Erzählung auf etwas ganz Anderes abzielen. Die Kraft des Morgens, also wie du mit deinem Morgen den Verlauf deines Tages und maßgeblich auch deine Produktivität beeinflussen kannst.
Auch ich habe vieles was ich dir jetzt gleich an Tipps und Erfahrungen mitgeben werde, erst im letzten Jahr gelernt, als ich 8 Jahre Schulzeit hinter mich gebracht habe und endlich mal wieder Zeit hatte mich selbst besser kennenzulernen und meine Gewohnheiten an meine aktuellen Bedürfnisse anzupassen. Mit dem Beginn meines Jurastudiums hat sich auch mein Alltag und damit eng verbunden meine Schlafgewohnheiten verändert. Da ich das Glück hatte und habe im ersten und zweiten Semester nie vor 12 Uhr in die Uni zu müssen, habe ich die Zeit mir meinen Morgen so zu gestalten wie ich es möchte. Diese Zeit sollte man sich auch wirklich nehmen und bewusst einen Raum am Morgen zu schaffen, in dem man seine Ziele und Visionen für den Tag setzt.
Ich versuche im Folgenden einige Tipps und Erfahrungen zu teilen, die es mir ermöglicht haben, zum Einen früher aus dem Bett zu kommen und zum anderen positiv und mit einem guten Gefühl in den Tag zu starten.
- Zeitpunkt des Zu -Bett -Gehens
Deine Morgenroutine startet nicht am Morgen des Tages sondern bereits am Abend des letzten Tages. Um früh oder zumindest langfristig in kleinen Schritten früher aufzustehen, solltest du mindestens um 10 Uhr deine Abendroutine beginnen und nicht später als halb 12 ins Bett gehen. Ich gehe je nachdem zwischen 9 Uhr und halb 12 Uhr schlafen. Um am nächsten Morgen auch fit zu sein, sollte dabei natürlich nach Möglichkeit am Abend davor kein Alkohol im Spiel gewesen sein oder Ähnliches, das deinen Körper vollkommen dehydriert und entkräftet.
2. Beginn DEINES Morgens
Mein Morgen beginnt oft schon um 5 Uhr morgens. Was für andere nach purer Qual klingt, ist für mich sehr erholsam, da ich ein Mensch bin, der gerade am Morgen sogar eher immer mehr Zeit einplant, um nicht schon gestresst in die Uni oder Arbeit zu starten. Aber auch für mich war diese Uhrzeit zu Beginn eine Horrorvorstellung, darum ist es umso wichtiger sich Schritt für Schrit an so eine neue Uhrzeit anzupassen und seinen Körper dabei langsam an das zu gewöhnen , was am Ende das Ziel sein soll. Challenged euch und ihr werdet sehen, dass ihr zu einigem mehr fähig seit, als ihr dachtet. Achtet zudem unbedingt auch auf euren Weckerton, er sollte nicht zu schrill klingen, sodass man eher an einen Alarm erinnert ist, denn auch das hat negative Auswirkungen auf deinen Körper. Allerdings sollte der Ton auch in der Schlafphasen wahrnehmbar sein und nicht zum Weiterschlafen einladen.
3. Richtige Einstellung für Körper und Geist
Um die Phase des Wachwerdens zu unterstützen, trinke ich direkt nach dem Klingeln des Weckers, ein großes Glas Wasser um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Anschließend dehne ich mich und mache je nach Tagesform ein kurzes Morningyoga, das man prima auch noch im Bett machen kann. Der Körper ist damit schon mal geweckt und wir widmen uns nun der Seele beziehungsweise unserem Geist, der genauso wichtig ist und gerade den Morgen maßgeblich beeinflusst. Um meine Gedanken, die sich vielleicht auch im Schlaf oder kurz vor dem Aufwachen in meinem Unterbewusstsein aufgestaut haben, zu sammeln und einordnen zu können, schreibe ich gerne, gerade Morgens, Tagebuch. Das Schreiben beruhigt mich und gibt mir das Gefühl, Probleme oder negative Gefühle ein Stück weit abgegeben zu haben. Anstattdessen oder zusätzlich meditiere ich auch oft, wobei ich sowohl eine geführte Mediation über eine App oder auch bei Spotify sehr empfehlen kann, als auch die Erfahrung, sich ganz auf sich zu konzentrieren und dabei noch nicht mal einer andere Stimme zu folgen. Wichtig ist außerdem in dieser Phase sich nicht von E-Mails, Social Media oder generell dem Smartphone ablenken zu lassen. Die Nachrichten oder ständigen Impressionen, die man auf Instagram und Pinterest und Co. vermittelt bekommt, lassen deinen Körper nicht ruhig bleiben, sondern setzen ihn einem erhöhten Druck aus, genauso „perfekt“ zu sein, wie die Bilder auf Instagram oder jetzt schnell allen Personen antworten zu müssen. Darum lass dich gar nicht erst in Versuchung kommen und lege dein Handy möglichst weit von dir entfernt weg, sodass du dich völlig und ganz auf dich selbst konzentrieren kannst. Lies statt durch neue Posts zu scrollen doch lieber ein paar Seiten eines guten Buches und du ziehst viel mehr Mehrwert daraus, als 20 Minuten auf sozialen Plattformen rumgehangen zu haben.
4. Planung und Zielsetzung
Als letzter Schritt, bevor es ans Aufstehen geht, nimm dir doch ein paar Minuten Zeit deinen Tag zu planen und strukturiert an deine Ziele ran zu gehen. Formuliere dir Dinge die du am heutigen Tag erreichen willst und priorisieren diese. Die Planung gibt mir das Gefühl zum Einen Herrin der Lage zu sein und zum Anderen, die Motivation das geplante bestmöglich umzusetzen. Als Letztes stelle dir gedanklich oder auch auf einer geschriebenen Liste, die Dinge zusammen die dich glücklich machen und für die du dankbar bist. Starte dann deinen Tag und du wirst sehen, dass durch diese Stunde „Me-Time“ wie ich es nenne, so viel mehr Energie haben wirst, als die Schülerin, die ich eingangs geschildert habe.
Ich hoffe du konntest ein paar Tipps und Anregungen mitnehmen. Lass es dir gut gehen !
Deine Steffi